Die Ev. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst besteht aus 3 Orten, in denen jeweils ein kirchliches Gebäude steht, das für Gottesdienste und Gemeindearbeit genutzt wird.

Leider haben Schäden an den Gebäuden dazu geführt, dass von Seiten des Evangelischen Oberkirchenrats (EOK) Maßnahmen eingeleitet wurden, ein Gebäudekonzept für die gesamte Kirchengemeinde zu erarbeiten.

Aufgrund der kritischen Gebäudesituation, hat der EOK unsere Gemeinde für das Liegenschaftsprojekt vorgezogen und uns an die PROKIBA übergeben.

Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht über bisherige Überlegungen und Maßnahmen geben.

Da sich unsere Gebäude in einem schlechten, z.T. maroden baulichen Zustand befinden, dürfen wir Ihnen hier stichwortartig einen Überblick geben, welche Maßnahmen bisher stattgefunden haben um dem Abhilfe zu schaffen. 

23.07.2019

Pressemitteilung des Evangelischen Oberkirchenrats

Lösung im Konflikt um die kirchlichen Gebäude in Karlsdorf-Neuthard-Forst.

Der Evangelische Kirchengemeinderat hat folgende Grundsatzentscheidung für die Gebäudesituation in der Gemeinde getroffen.

In Karlsdorf soll ein Neubau eines Gemeindezentrums mit Gottesdienstraum entstehen, der von der Größe her die Möglichkeit bietet, auch Veranstaltungen für die Gesamtkirchengemeinde durchzuführen. In Neuthard wird die Kirchengemeinde ihre Räumlichkeiten aufgeben und das Grundstück verkaufen. Dort will die Gemeinde Räumlichkeiten für die Gemeindearbeit anmieten. In Forst ist geplant, das Grundstück, auf dem das Dietrich-Bonhoeffer- Gemeindezentrum steht, an einen diakonischen Träger in Erbpacht abzugeben. Dort soll ein Neubau für eine diakonische Einrichtung entstehen, in dem dann ein eigener Flügel für die Kirchengemeinde eingerichtet wird, den die Kirchengemeinde langfristig anmietet. Dieser Gebäudeteil soll Raum bieten für Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen, ganz in der Verfügung der Kirchengemeinde stehen und auch einen eigenen Eingang besitzen. Der bestehende Glockenturm wird erhalten bleiben. Damit werden der Kirchengemeinde auch dauerhaft in Forst Räumlichkeiten zur Verfügung stehen für Gottesdienste und andere Formen der Gemeindearbeit.

In Forst hatte es Auseinandersetzungen um die Gebäudeplanungen des Kirchengemeinderats gegeben, der zunächst plante, ein zentrales Gemeindehaus für die gesamte Gemeinde in Karlsdorf zu errichten. Es hatte sich daraufhin in Forst eine Aktionsgemeinschaft gebildet, deren Anliegen es war, kirchliche Räume in Forst zu erhalten. Personen aus dem Evangelischen Oberkirchenrat und dem Bezirkskirchenrat Bretten-Bruchsal hatten daraufhin mehrere Monate lang Gespräche geführt und gemeinsam mit Vertretern aus dem Kirchengemeinderat und der Aktionsgemeinschaft verschiedene Optionen ausgelotet und geprüft.

Der Kirchengemeinderat sieht im nun beschlossenen Vorgehen eine Lösung gefunden, die wesentliche Anliegen der Aktionsgemeinschaft aufnimmt. Zugleich werde das Anliegen des Kirchengemeinderats umgesetzt, für die Gesamtgemeinde ein gemeinsames Zentrum zu errichten, das auch dazu hilft, dass die Gesamtgemeinde über die drei Ortsteile hinweg stärker zusammenwächst. Oberkirchenrat und Bezirkskirchenrat stehen hinter diesem Beschluss, da damit eine nachhaltig finanzierbare und zukunftsfähige Lösung für die Kirchengemeinde gefunden ist.

11.02.2019

Pressemitteilung des Evangelischen Oberkirchenrats

In der Evangelischen Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst werden Gespräche geführt

Nachdem der Kirchengemeinderat Karlsdorf-Neuthard-Forst im vergangenen Jahr beschlossen hatte, die bestehenden Gebäude in den drei Teilorten Karlsdorf, Neuthard und Forst aufzugeben, um zentral in Karlsdorf ein neues Gebäude zu erstellen, hatte sich in Forst eine Aktionsgemeinschaft gebildet, die für den Erhalt der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Forst eintrat.

Der Kirchengemeinderat der Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst und Vertreter der Aktionsgemeinschaft „Evangelische Kirche in Forst“ sind Ende Januar, unter Moderation von Personen aus dem Evangelischen Oberkirchenrat und dem Bezirkskirchenrat Bretten-Bruchsal, zu einem Treffen zusammengekommen. Beide Seiten haben dabei die Anliegen der jeweils anderen Seite wahrgenommen.

Bei dem Gespräch wurde verabredet, in den nächsten Monaten in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe auszuloten, welche finanzierbaren Optionen es gibt, um Gemeindeleben auch zukünftig in Forst und Neuthard räumlich zu verorten. Dieser Beratungsprozess soll eng vom Evangelischen Oberkirchenrat und vom Bezirkskirchenrat Bretten-Bruchsal begleitet werden. Während des Beratungsprozesses soll es keine öffentlichen Stellungnahme und Verlautbarungen weder von Kirchengemeinderat noch von der Aktionsgemeinschaft geben. Die Ergebnisse des Beratungsprozesses werden dann in angemessener Form veröffentlicht.

20.12.2018

Gemeinsam in die Zukunft gehen

Wieso sich der KGR für das Ein-Gebäude-Konzept entschieden hat

Das ist unsere Vision
Wir sind eine Gemeinde, die im Glauben an den dreieinigen Gott verbunden ist. So ist es uns möglich, über Ortsgrenzen hinweg zusammen zu wachsen.
Als eine Kirchengemeinde haben wir einen gemeinsamen, der Gemeindegröße angemessenen Ort an dem in vielfältig und flexibel nutzbaren Räumen, unterschiedliche Formen von Gottesdiensten gefeiert werden. Es bieten sich neue Möglichkeiten des Gemeindelebens an. Attraktive Räume, ausgestattet mit zeitgemäßer Technik, ermöglichen verschiedenen Gruppen und Kreisen, den Glauben zu leben und weiter zu geben. Ein zentraler Neubau berücksichtigt die Bedürfnisse nachfolgender Generationen und lässt die Gemeinde finanziell gut da stehen.
In allen Ortsteilen finden in Kooperation mit den katholischen Glaubensgeschwistern und den politischen Gemeinden auch in Zukunft verschiedene Aktionen und regelmäßige Gruppen und Kreise statt.
Wir gewinnen etwas Neues, obwohl alle Orte Bisheriges verlieren. Für alle ist es ein Neuanfang, an dem sich alle Gemeindeglieder beteiligen dürfen.

Wie es dazu kam
Schon etliche Jahre beschäftigten unsere Gebäude den KGR (Kirchengemeinderat) sehr intensiv. Über Bestandsaufnahme, mögliche energetische Sanierung holten uns schnell die akuten Gebäudeschäden ein. Bald war klar, dass unsere Gebäudesituation nur durch eine umfassende Bewertung auch unserer Gebäude in den Griff zu bekommen ist. Daher zog die Kirchenleitung 2017 unsere Gemeinde im für alle Kirchengemeinden verbindlichen Liegenschaftsprojekt vor. Dies beinhaltet eine detaillierte Bestandsaufnahme sowie die Anfertigung einer Machbarkeitsstudie zur Optimierung der Gebäude. Unabhängig von der Empfehlung der Studie für die Ein-Gebäude Lösung in Karlsdorf war nun zu klären, welche der beiden möglichen Varianten A (Karlsdorf und Forst) oder Variante B (Karlsdorf) für unsere Gemeinde infrage kommt.
Bei der Visitation, in drei Gemeindeversammlungen und einer Infoveranstaltung wurde über die Varianten informiert und kontrovers diskutiert, zusätzlich haben uns aus der Gemeinde viele Rückmeldungen für Variante A und B erreicht, auch ein Votum aus einer Gemeindeversammlung in Forst wurde in unseren Entscheidungsprozess aufgenommen, zu dem wurde die Machbarkeitsstudie von einer unabhängigen Gutachterin überprüft und hat die Ergebnisse der Studie bestätigt.
Der KGR stellte eine individuell bewertete Nutzwertanalyse unter Berücksichtigung der Kriterien Bedarfe, Leitbild, Finanzen, Attraktivität/Zukunft auf. Die Nutzwertanalyse fiel für alle Kriterien deutlich zu Gunsten der Variante B aus, insbesondere im Bereich Finanzen zeigte eine Berechnung der beiden Varianten durch den EOK (Stresstest), dass die Variante A den Haushalt der Gemeinde dauerhaft überfordern würde.
Auf diesen oben genannten Grundlagen traf der KGR mit großer Mehrheit die Entscheidung, auf die Ein-Gebäude Lösung in Karlsdorf zuzugehen.

Gut zu wissen

Wie wird das neue Gebäudekonzept finanziert?
Die Gesamtkosten belaufen sich nach den uns jetzt vorliegenden Berechnungen auf ca. 3,8 Millionen Euro incl. aller Nebenkosten. Die Badische Landeskirche übernimmt 50% der Kosten. Die restlichen 50% werden aus 30% Eigenmittel und 20% kirchlicher Kredit finanziert. Die Eigenmittel werden überwiegend aus den Verkaufserlösen aus den Gemeindehäusern (Forst und Neuthard) erzielt.

Warum wird das neue Gemeindezentrum in Karlsdorf stehen?
Karlsdorf bildet am ehesten die geographische Mitte und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Karlsdorf ist der einzige Ort unserer Gemeinde mit einer geweihten Kirche.

Wie sieht das Leben vor Ort in und nach der Bauphase aus?
In der Bauphase wird es in Karlsdorf kein eigenes Kirchengebäude geben. Die politischen Gemeinden und katholische Kirchengemeinden aller Orte haben signalisiert, dass sie uns mit Räumen unterstützen können. Diese Kooperationen ermöglichen weiterhin auch für die Zukunft kurze Wege für unsere Gruppen und Kreise.

Wie viele Gemeindemitglieder haben wir?
Die Evang. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst (Erhebung von 2014) hat 3183 Gemeindeglieder. 1756 leben in Karlsdorf-Neuthard und 1427 in Forst.

Wie informieren wir (Transparenz)?
Durch Gemeindeversammlungen, Infoveranstaltungen, Visitation, Homepage, Gemeindeblätter und Zeitungsveröffentlichungen informiert der KGR zeitnah über die Entwicklungen.

Wie ist der Kirchengemeinderat aufgestellt?
Wir sind zur Zeit 12 Älteste plus Pfarrer plus Diakonin (beratend).
Die Ältesten wurden von evang. Kirchenmitgliedern in Karlsdorf (4 Älteste), in Neuthard (3 Älteste) und in Forst (5 Älteste) demokratisch gewählt.

Wie sieht unser Gebäudebestand aus?
In unserem Besitz befinden sich eine Kirche in Karlsdorf, zwei Gemeindehäuser in Forst und in Neuthard und ein Pfarrhaus mit Pfarramt in Karlsdorf.
Die Kirche in Karlsdorf (Baujahr 1962) hat einen extremen Renovierungstau, so dass sich eine Renovierung wirtschaftlich nicht lohnt und es dadurch keinen Mehrwert für die Gebäudenutzung geben würde.
Das Gemeindehaus in Forst (Baujahr 1971) wird zwar als Kirche bezeichnet und trägt auch den Schriftzug „Dietrich Bonhoeffer Kirche“ ist aber offiziell ein Gemeindehaus. Ein Verkehrswertgutachten hat ergeben, dass das Gebäude an sich keinen Wert mehr hat und der Verkaufswert sich aus den reinen Grundstückspreisen abzüglich Abriss ergibt.
Das Gemeindehaus in Neuthard (Baujahr 1990) ist durch einen nicht reparablen Wasserschaden laut Gutachten nicht mehr nutzbar.

Was ist das Liegenschaftsprojekt der Badischen Landeskirche?
Die Landeskirche hat 2014 ein Liegenschaftsprojekt beschlossen, in dem alle Gebäude aus ganz Baden unter die Lupe genommen werden sollen (siehe Liegenschaftsprojekt ekiba). Die Mitgliederzahlen bestimmen die Flächenzuweisung der gesamten Gebäude pro Gemeinde. Ziel ist es, sich von ca. einem Drittel der Gebäude in ganz Baden zu trennen um sich zukünftig als Kirche ressourcenschonend und zukunftsfähig aufstellen zu können.
In dieses Liegenschaftsprojekt sind wir als Kirchengemeinde mit hineingenommen worden.

Warum braucht es eine Machbarkeitsstudie?
Wegen des nicht reparablen Schadens im Gemeindehaus in Neuthard, und des angekündigten Liegenschaftsprojektes vom EOK (Evang. Oberkirchenrat), war schnell klar, dass wir unseren kompletten Gebäudebestand anschauen müssen. Der EOK gibt dafür eine Machbarkeitsstudie vor. Auf Grundlage dieser Machbarkeitsstudie können überhaupt erst weitere Schritte erfolgen.

Fazit

Mit der Entscheidung …

  • folgen wir unserem Leitbild: Gelebter Glaube in lebendiger Gemeinde

  • nehmen wir unsere Verantwortung auch für zukünftig solide Gemeindefinanzen wahr

  • bleiben wir auch weiterhin vor Ort präsent

30.11.2018

Entscheidung des Kirchengemeinderats zur Prüfung beim Ev. Oberkirchenrat in Karlsruhe vorgelegt.

Der Kirchengemeinderat der Ev. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst hat in seiner Sitzung am 27. November in voller Besetzung nach Vergegenwärtigung der Fakten, Kriterien und Rückmeldungen aus der Gemeinde nicht einstimmig, aber mit klarer Mehrheit entschieden, dem Ev. Oberkirchenrat in Karlsruhe die Ein-Gebäude-Lösung (Standort Karlsdorf) zur Prüfung vorzulegen.

Diese Entscheidung ist den Mitgliedern des Kirchengemeinderates schwer gefallen im Bewusstsein, damit auch Enttäuschungen zu verursachen.

Der Kirchengemeinderat dankt allen Gemeindegliedern, die sich an der Entscheidungsfindung beteiligt haben.

Gemeinsam mit der Gemeinde macht sich der Kirchengemeinderat nun auf den Weg, ein Konzept zu entwickeln, wie in allen drei Ortsteilen das Gemeindeleben weiter gestaltet werden kann.
Im neuen Jahr soll dazu, wenn alle nötigen Informationen und die Ergebnisse der Prüfung im Ev. Oberkirchenrat in Karlsruhe vorliegen, eine Infoveranstaltung stattfinden.

Im Vertrauen auf Jesus Christus hoffen wir in diesen herausfordernden Zeiten der Veränderungen zusammenzustehen und gemeinsam Schritte zu gehen, dass der Glaube in unserer Gemeinde weiterhin gelebt und das Evangelium weitergegeben werden kann.

Juni 2018

Darstellung des Rahmens und der bisherigen Überlegungen zu den Gebäuden der Ev. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst

Die Ev. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst besteht aus 3 Orten, in denen jeweils ein kirchliches Gebäude steht, das für Gottesdienste und Gemeindearbeit genutzt wird. Allerdings haben Schäden an den Gebäuden dazu geführt, dass von Seiten des Evangelischen Oberkirchenrats (EOK) Maßnahmen eingeleitet wurden, ein Gebäudekonzept für die gesamte Kirchengemeinde zu erarbeiten.

Um die Hintergründe und die vom Kirchengemeinderat (KGR) bisher gegangenen Schritte nachvollziehen zu können, soll deshalb nun eine chronologische Auflistung folgen, um größtmögliche Transparenz zu schaffen.

Bei allen bisher geschehenen Überlegungen und weiteren Schritten ist es dem Kirchengemeinderat ein sehr großes Anliegen die gesamte Kirchengemeinde im Blick zu behalten und zu überlegen, wie das Leitbild, das mit interessierten Gemeindegliedern 2017 erarbeitet wurde, unter den gegebenen Umständen realisiert werden kann. Es gilt den Auftrag der Kirche im Blick zu behalten: Die Verkündigung des Evangeliums. Und wie dies in unseren drei Orten jetzt und in Zukunft mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten umgesetzt werden kann. Der KGR ist vor die Herausforderung gestellt, eine Entscheidung zu treffen, mit der Befürchtung, dass, egal welche Entscheidung fällt, nicht alle damit zufrieden sein werden. Und trotzdem muss eine Entscheidung getroffen werden. Diese Erkenntnis ist schmerzlich, da es um die Menschen der Gemeinde geht und es ein wichtiges Anliegen ist, gerade diese im Blick und im Miteinander zu behalten.

In dem Prozess der Gebäudesituation, der seit 2016 angestoßen wurde, musste zum einen erst einmal der KGR Klarheit über die Situation erlangen und zum anderen mit den jeweilig zuständigen Stellen geklärt werden, welche Informationen wie, an wen und wann weitergegeben werden. Dabei ist es leider dazu gekommen, dass manche Gemeindeglieder sich nicht ausreichend informiert und ausgeschlossen gefühlt haben. Das war und ist nie die Absicht des KGR. Transparenz ist ein großes Anliegen. So gibt u.a. die Gemeindeversammlung, allen evangelischen Gemeindegliedern die Möglichkeit, zu hören, was bisher geschehen ist und sich zu dem Ist-Zustand zu äußern.

Maßnahmen der letzten Jahre und für die Zukunft:

2015 wurde im Epiphanias-Gemeindehaus in Neuthard an den Kellerwänden im Bereich Heizraum Feuchtigkeit festgestellt. Durch eine Fachfirma wurden die Kellerwände von außen neu abgedichtet.

Anfang 2016 wurde wieder, vom Boden her aufsteigend, Feuchtigkeit an allen Kellerwänden wahrgenommen. Ein Mitarbeiter vom EOK hat sich im April 2016 bei einem Vororttermin im Gemeindehaus Neuthard ein Bild der Sachlage gemacht.

Um die mögliche Ursache für die Feuchtigkeit zu finden, wurden im Juni 2016 durch eine Firma alle Abwasserleitungen und Drainagen um das Gebäude gespült und mit einer Kamera untersucht. Dabei wurden keine Schäden festgestellt. Daraufhin erfolgte die Empfehlung des EOK, zur Klärung einen externen Gutachter zu beauftragen.

Der vom KGR bestellte Gutachter hat noch im selben Monat den Keller in Neuthard fachmännisch untersucht. Diese Begehung ergab jedoch keine neuen Erkenntnisse. Auf Empfehlung des Gutachters wurden Ende Juli 2016 drei Öffnungen am Kellerboden erstellt. Unter dem Estrich befanden sich erhebliche Mengen Wasser (mehrere100 Liter).

Im September 2016 wurden durch eine Fachfirma alle Frischwasserleitungen im Gemeindehaus und durch das Wasseramt die Zuleitung zum Gemeindehaus überprüft. Hierbei ergaben sich auch keine neuen Erkenntnisse.

Ende Oktober 2016 wurde eine Grundwasserauskunft eingeholt, dabei wurde festgestellt, dass sich der Grundwasserpegel im Bereich des Gemeindehauses deutlich unter dem Fundament befindet und sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert hat.

Im November 2016 wurden durch eine Fachfirma mehrere Öffnungen im Außenbereich erstellt um die Außendämmung und das Mauerwerk zu prüfen. Bei der darauffolgenden Begehung wurden ein fehlender Bitumenanstrich und eine fehlende Kehlnaht am Übergang zur Bodenplatte festgestellt. Daraufhin wurde von den Mitarbeitenden des EOK empfohlen den Estrich im großen Jugendraum zu entfernen.

Im Dezember 2016 wurde durch Eigenleistung von Gemeindegliedern der Estrich im großen Jugendraum entfernt und dabei kam eine erhebliche Menge Wasser zum Vorschein. Über die Weihnachtsfeiertage war ein Bautrockner im Einsatz. Nun war zu erkennen, dass an mehreren Stellen der Bodenplatte, verstärkt nach Regenfällen, erhebliche Wassermengen eintraten. Der Versuch diese Eintrittsstellen abzudichten blieb erfolglos.

Der EOK hat Anfang 2017 einen Bau- und Maßnahmenstopp für das Gemeindehaus Neuthard mit der Begründung erlassen, dass im Hinblick auf das Liegenschaftsprojekt der Landeskirche, zunächst die gesamte Gebäudesituation der Kirchengemeinde KNF angeschaut werden soll, bevor ein sechsstelliger Betrag in das Gemeindehaus in Neuthard investiert wird.

Seither verrichtet eine Wasserpumpe ihren Dienst im großen Jugendraum und bewahrt das Gebäude vor weiteren, größeren Schäden. Bei jedem Wassereintritt befördert die Pumpe das eindringende Wasser über die Bodensumpfpumpe wieder nach draußen.

Bei der Gemeindeversammlung im März 2017 wurde die Gemeinde über die Situation informiert und es gab die Möglichkeit sich vor Ort ein persönliches Bild zu machen. Eine Konsequenz aus den nicht mehr nutzbaren Räumen war die Entscheidung des KGRs die 9 Uhr Gottesdienste in Neuthard und dafür die 10:15 Uhr Gottesdienste in Karlsdorf stattfinden zu lassen,damit der Kindergottesdienst weiterhin parallel zum Hauptgottesdienst stattfinden und die Zahl der mehrfach wöchentlichen Umbauten des Gottesdienstraumes verringert werden können. Betroffen sind davon der Frauenkreis, der Seniorenkreis, die Jungschar und im vergangenen Jahr noch der Mädchenkreis.

Die Jugend ist 2017 auf Räumlichkeiten des kath. Thomas-Morus-Heims in Karlsdorf ausgewichen und der 2ndHandBasar findet seither im kath. Pfarrzentrum in Neuthard statt.

Diese Entscheidung hatte keine Auswirkungen auf die Gottesdienste in Forst. Bei der Gemeindeversammlung im März 2017 wurde auch über die Mängel an der Friedenskirche in Karlsdorf informiert. Der Glockenturm ist seit geraumer Zeit auf Anraten des EOK gesperrt, da er diverse bauliche Mängel aufweist. Ende Juli 2017 wurde ein gebrochener Balken im Dachstuhl der Küsterwohnung festgestellt und durch eine Fachfirma provisorisch abgestützt, mit dem Hinweis auf eine geschätzte Lebensdauer des Daches von 4-5 Jahren. Die Kosten einer Dachsanierung, inklusive aller nötigen Arbeiten, liege im fünfstelligen Bereich.

Im September 2017 ereignete sich ein Wasserschaden, bei dem der Keller von Küsterwohnung und Kirche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Heizkessel wird durch den Schornsteinfeger zum 01.02.2019 stillgelegt, da er dann älter als 30 Jahre ist.

An dem Gemeindehaus in Forst, der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, gibt es immer wieder mehrere kleinere Mängel, die behoben werden müssen. So wurde im Jahr 2017 der Weg vor dem Gebäude, der zur Stolperfalle geworden ist, durch eine Fachfirma wieder eben gemacht. In den letzten Jahren mussten mehrfach die Rollläden instandgesetzt werden, hierfür gibt es jedoch keine Ersatzteile mehr.

Energetisch befindet sich das Gebäude in sehr schlechtem Zustand, es gibt gehäuft Probleme mit Gebäudeinstallationen und der Dichtigkeit von Dach und Fenstern. An allen drei Gebäuden gibt es laut PROKIBA einen starken Instandhaltungsstau.

Bei der Klausurtagung des KGR im März 2017, die zur Vorbereitung der Visitation im Oktober 2017 diente, wurde auch über das Thema Gebäude und über mögliche Perspektiven für die Zukunft gesprochen.

Aufgrund der kritischen Gebäudesituation, hat der EOK unsere Gemeinde für das Liegenschaftsprojekt vorgezogen und uns an die PROKIBA übergeben, d.h. hinsichtlich der Bestandsanalyse ist unsere Kirchengemeinde anderen Gemeinden im Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal voraus.

 

Exkurs:  Liegenschaftsprojekt

„Im Rahmen der Frühjahrssynode 2014 hat die Landessynode in Baden das Landeskirchliche Liegenschaftsprojekt beschlossen. Alle Leitungsgremien der Evangelischen Landeskirche in Baden haben einstimmig ihre Zustimmung zu diesem Projekt gegeben. Bis zum Jahr 2020 soll der Gebäudebestand aller Evangelischen Kirchengemeinden analysiert und Konzepte für die künftige Verteilung von Gebäude und Räumen erarbeitet werden.

Etwa 3.000 Gebäude befinden sich derzeit im Besitz der Gemeinden innerhalb unserer Landeskirche. Oft wurden seit Jahren nur geringe Instandhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, meist, weil den Gemeinden die finanziellen Mittel fehlen. Angesichts des zu erwartenden Rückgangs an Kirchensteuereinnahmen und der demografischen Veränderungen besteht jetzt für uns Handlungsbedarf.

Chancen nutzen

Eine Hochrechnung der Landeskirche ergab, dass ab dem Jahr 2025 die Gesamtausgaben die Gesamteinnahmen übersteigen werden, wenn wir so weitermachen wie bisher und nicht reagieren. Noch haben wir genügend Mittel, Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten, neue Ideen zu realisieren, die auf Dauer für die Kirchengemeinden finanzierbar sind. Das ist unsere Verantwortung, die wir den uns nachfolgenden Generationen und als gute Haushalter der uns anvertrauten Gaben Gottes haben.   

So wird es im Liegenschaftsprojekt darum gehen, die theologischen Einsichten von Kirche und Gemeinden mit den Herausforderungen unserer Zeit zu verbinden.

Ziele

Das Ziel des Liegenschaftsprojektes ist, wieder mehr Mittel für die inhaltliche Arbeit der Pfarr- und Kirchengemeinden zur Verfügung stehen zu haben und die finanziellen Belastungen durch zu hohe Gebäudebestände zu reduzieren. Wir wünschen uns einen nutzbringenden, ressourcenschonenden und nachhaltig finanzierbaren Gebäudebestand für uns und unsere nachfolgenden Generationen. Unsere Gebäude sollen für die zukünftige Gemeindearbeit attraktiv sein und erreichbar bleiben.

Gebäudemasterplan

Bis 2020 soll ein Gebäudemasterplan für alle Kirchenbezirke entstehen in dem verankert ist, welche Räume und Gebäude für die lokale Kirchenarbeit wesentlich sind und zu einer zukunftsweisenden Gesamtkonzeption beitragen.“

Die PROKIBA GmbH ist eine Tochterfirma des EOK und für die Erhebungen im Rahmen des Liegenschaftsprojektes der Landeskirche zuständig. Das Liegenschaftsprojekt ist für alle Gemeinden der Badischen Landeskirche verpflichtend. Anfang des Jahres 2017 hat der Kirchengemeinderat die PROKIBA mit einer Machbarkeitsstudie für alle Gebäude der Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst im Rahmen des Liegenschaftsprojektes beauftragt.

Nachdem Anfang Mai 2017 alle erforderlichen Unterlagen durch den KGR zusammengetragen und an die PROKIBA übergeben wurden, startete diese Mitte Mai zusammen mit Vertretern aus dem KGR mit einem Auftaktgespräch und nahm die Arbeit auf.

Ende Juli 2017 haben Mitarbeiterinnen und Architektinnen der PROKIBA alle Gebäude unserer Gemeinde intensiv begangen und Ende September 2017 hat die PROKIBA in einer Kick-Off Veranstaltung dem KGR und Vertreterinnen und Vertretern aus dem Kirchenbezirk und des VSA (Verwaltungs- und Serviceamt) die gesammelten Informationen, sowie zwei mögliche Lösungen für Karlsdorf-Neuthard-Forst präsentiert.

Zunächst hat PROKIBA die Variante 0 „Bestand halten“ vorgestellt.
Diese stellt die Situation dar, dass an allen drei Gebäuden eine Grundsanierung und eine energetische Sanierung durchzuführen ist.
Es wurde errechnet, dass uns eine solche Sanierung in den kommenden 20 Jahren ca. 6 Millionen Euro kosten würde.
Aufgrund dieser hohen Kosten ist die Variante 0 nur ein zu berechnender Wert, und keine mögliche Lösung.
Von der PROKIBA ermittelte mögliche Lösungen werden in Relation zu Variante 0 gesehen.
Die zwei von PROKIBA vorgeschlagenen möglichen Lösungen:

Variante A

  • Optimierung der Gebäude in Forst und Karlsdorf

  • Abgabe des Gebäudes Neuthard.

Variante B

  • Abgabe der Gebäude Neuthard und Forst

  • zentraler Neubau in Karlsdorf (unter eventueller Einbeziehung des Glockenträgers aus Forst)

In der Gemeindeversammlung,im Rahmen der Visitation der Kirchengemeinde, im Oktober 2017, wurden diese Informationen der Gemeinde mitgeteilt, damit sich alle interessierten und anwesenden Gemeindemitglieder auf dem aktuellen Stand des Gebäudeoptimierungsprozesses befinden.

Mitte Dezember 2017 stellte PROKIBA dem KGR und Vertreterinnen und Vertretern aus dem Kirchenbezirk und des VSA die Machbarkeitsstudie im Rahmen einer Infoveranstaltung vor. Es wurden die geschätzten Gesamtkosten für die nächsten 20 Jahre präsentiert (Variante A: ca. 4,3 Mio. Euro Variante B: ca. 3,4 Mio. Euro), die beiden Varianten anhand unterschiedlicher Kriterien gewertet und eine Empfehlung für die Variante B ausgesprochen. Dabei ist zu beachten, dass die Machbarkeitsstudie noch keine Aussage darüber trifft, ob sich die Kirchengemeinde diese Varianten auch finanziell leisten kann, d.h. ob ausreichend Eigenmittel vorhanden sind. Diesen Punkt gilt es noch zu klären.

Nach der Weihnachtspause nahm der KGR im Januar 2018 die von externen Fachleuten vorgegebenen Schritte für die Gebäudeoptimierung als Vorlage, um sich auf den Weg der Entscheidungsfindung zu begeben. Dies bedeutete Beratungen im KGR und Gespräche mit verschiedenen anderen Personen. Dabei wurde den Mitgliedern des Leitungsgremiums deutlich, dass es ratsamer ist von den vorgegebenen Schritten abzuweichen und vor einer Entscheidung unbedingt eine Gemeindeversammlung abzuhalten, in der Gemeindeglieder konkret Stellung zu den Varianten nehmen und weiterführende Ideen äußern können.

Im Februar 2018 lag dem KGR schließlich auch die endgültige Machbarkeitsstudie schriftlich vor, wobeiKosten nach Prüfung und Rücksprache korrigiert wurden, so dass sich die Baukosten bei beiden Varianten nun im Bereich von ca. 4 Mio. Euro bewegen. In der Machbarkeitsstudie betont PROKIBA allerdings: „Die im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie aufgeführten Kosten sind im Sinne eines Kostenrahmens zu verstehen, der innerhalb des verwendeten Berechnungsmodells insbesondere die Vergleichbarkeit der erarbeiteten Lö­sungsansätze ermöglichen soll. Die aufgeführten Kosten entsprechen nicht einer detaillierten Wertermittlung, detaillierten Kostenberechnung o. ä.“

Um die Finanzierbarkeit der vorgeschlagenen Varianten zu klären, wurde der KGR im März 2018, von Seiten des EOK, angehalten, Gutachten über die Grundstücke zu erheben, um zu klären, welche Eigenmittel die Kirchengemeinde aufbringen kann, um eine Gebäudeoptimierung zu finanzieren.

Im April 2018 fand schließlich die geplante Gemeindeversammlungstatt, in der von PROKIBA die Varianten und die geschätzten Kosten (Gesamtsumme 20 Jahre, statisch: Variante A: ca. 4,5 Mio. Euro; Variante B: ca. 4 Mio. Euro) den Gemeindegliedern vorgestellt wurden und die Anwesenden Rückfragen, Bedenken, Wünsche und Tendenzen äußern konnten. Dabei hielten sich die Mitglieder des KGR bewusst zurück, um den anderen Gemeindegliedern die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben.

(Die Machbarkeitsstudie und das Protokoll der Gemeindeversammlung sind für Gemeindeglieder nach Absprache im Pfarramt einsehbar)

Dem Wunsch zahlreicher Gemeindeglieder aus Forst nach einer weiteren Gemeindeversammlung, in der es weiterhin um die Gebäudeoptimierung gehen soll, wird im Juni 2018 entsprochen. Es wird noch einmal die Möglichkeit zur Information und Aussprache geben.

Mitte Juni fand eine Begehung der Gebäude durch eine, vom EOK empfohlene und vom KGR bestellte, Gutachterin für Grundstücks- und Gebäudeangelegenheiten statt. Es bleibt abzuwarten, welche Werte sich ergeben, um die Finanzierbarkeit der Varianten besser einschätzen zu können. Sofern die Kirchengemeinde die nötigen Eigenmittel aufbringen kann und der EOK das Projekt in KNF fördern möchte, bedeutet das aktuell ein Finanzierungsmodell von 50% Baubeihilfe durch die Landeskirche, 20% kirchliches Baudarlehen FAG-fähig und 30% Eigenmittel der Kirchengemeinde.

Unabhängig von den Kosten, ist es, wie anfangs bereits erwähnt, wichtig, stets die Frage im Blick zu behalten: Wie kann ev. Gemeinde vor Ort auch in Zukunft gelebt werden?

Bei beiden Varianten ist die Aufgabe des Gebäudes und Grundstückes in Neuthard vorgesehen. Das darf im Umkehrschluss aber nicht heißen, dass sich durch die Aufgabe eines Gebäudes auch das gemeindliche Leben aus diesem Ort zurückzieht. Gemeinde hängt von den Menschen ab und daran sollte sich auch das christliche Leben vor Ort orientieren. In Neuthard gibt es z.B. den ökumenischen Gottesdienst zum Dorffest, der in der Bruchbühlhalle stattfindet. Dieser soll auch weiterhin in Neuthard gefeiert werden. Und sollte auch das Gebäude in Forst wegfallen, darf das auf keinen Fall einen Rückzug der ev. Gemeinde nur auf einen Ort bedeuten!

Es gilt somit in Zukunft verstärkt Ausschau nach Möglichkeiten der ökumenischen Kooperation zu halten und kreative Ideen zu entwickeln, um Gemeinde auch vor Ort zu leben, mit oder ohne eigenes Gebäude. Denn auf die Menschen kommt es an, und wie ihnen das Evangelium weitergegeben und es gemeinsam gelebt werden kann.

Die nächsten Schritte des KGR werden demnach sein:

  • sich die Sorgen und Ängste der Gemeindeglieder anzuhören, aber vor allem auch die Wünsche und konkreten Vorschläge der Gemeindegestaltung wahrzunehmen

  • diese mit in die Beratung, mit EOK und VSA zu nehmen

  • im Gespräch zu sein und dann auch eine Entscheidung zu treffen, verbunden mit der Hoffnung, dass diese von den Gemeindegliedern mitgetragen wird.

Lassen Sie uns nicht nur den Verlust sehen, sondern auch die Chancen und Möglichkeiten, um gemeinsam lebendig Gemeinde zu gestalten und den christlichen Glauben zu leben.

Der Kirchengemeinderat der Ev. Kirchengemeinde Karlsdorf-Neuthard-Forst – Juni 2018 –

HIER steht Ihnen der ausführliche Bericht – Stand Juni 2018 – zum Download zur Verfügung.